Baustellen – Geschichten

Wie viele Baustellen gibt es in Hanau?

Keiner weiß es so genau, weil jeden Tag eine neue, wenn auch kleine, dazu kommt.

Man hat Verständnis, denn ohne Baustellen bleibt alles beim Alten und nichts verändert sich zum Besseren.

Wenn die Baustelle aber im eigenen Haus ist, steht alles auf einem anderen Blatt und man bekommt mit der Zeit leichte Stressanfälle.

Allein das Entfernen von gefühlten Tausenden von Holzpanelen von den Wänden, die auf einem Lattenrost für den 3. Weltkrieg angeschraubt waren, gehen an die Substanz. Wir sprechen hier vom Untergeschoss und dem Container auf der gegenüberliegenden Seite der Straße.

Wenn man das Glück hat, die Kollision der vorbeirasenden Autos zu überleben, liegen immer wieder die Treppenstufen runter und hoch vor einem.

Ich brauche nicht zu erwähnen, dass wir Tanzlehrer zu körperlicher Arbeit nicht geschaffen wurden.

Die Wände raushauen lassen ist auch kein Vergnügen und den Stahlträger mit acht Mann runterschleppen sehen macht weiche Knie. Jeder, der im eigenen Haus schon mal einen Wanddurchbruch gemacht hat, kann sich bildlich vorstellen wo der Bauschutt überall landet.

Kein Spasss…

Wenn dann sämtliche Handwerker im Haus arbeiten und man eine exzellente Planung vorgelegt hat, treten die unvorhergesehenen  Problemchen auf.

Wie?  Eine Firma muss plötzlich in Urlaub und die anderen können nicht weiterarbeiten, weil die anderen nicht fertig sind.

Warum ist die Theke ist zu lang und die Lampen hängen falsch drüber?

Und und und…

Wenn  aber endlich alles fertig ist, das erste Pils gezapft ist, die Tanzschulchefinnen relaxt mit ihrem Team in ihrer neuen Bar sitzen und sich plötzlich ein Sturm über Hanau ankündigt, ist der Nervenzusammenbruch vorprogrammiert.

Trotz 40 Meter sanierter Rohre (vor 3 Monaten) gibt es ein Abflussrohr, daß schlapp macht.

Durch den Rückstau der automatisch schließenden Hochwasserschieber schießt das Wasser aus der Stufe in der Bar mit dem neu verlegten Holzboden. Da half nur eins. Alle Klamotten vom Körper und in die Ritzen des ausströmenden Wassers stopfen. Zum ersten Mal Torben und Ute in der Unterwäsche! (wir lieben unseren body so wie er ist!), um das frisch angelegte Parkett im unteren Saal zu retten.

Wir geben alles!

Danach traf der Wassersauger von Sascha ein und wir schlangen ein Tuch um unsere Körper. (Fiel beim Freigang in unserer Gegend niemandem auf.)

Das Ende vom Lied war, der Bodenbelag musste wieder raus. Der Beton aufgestemmt werden (2 auf 2 Meter), das Rohr mit Kunstharz und Sonstigem  fürs Leben befestigt werden, die Tränen getrocknet werden ( mit dem Küchenhandtuch) und das alles ist der Grund warum rechts auf dem Podest in der Bar noch ein roter Teppich liegt. Das Loch muss 5 Wochen trocknen, sonst riechts.

So und jetzt kommt vorbei und schaut euch an wie es aussieht.

Wer danach fahren muss? Wir haben als erste in Hanau Bitburger Pils vom Fass mit 0% Alkohol.

Ich bin Spezialistin. Es schmeckt!!!

Ende gut alles gut. Die neue Bar ist ein Traum, und sicher das letzte an Großbaustellen, die ich in meinem Leben noch erleben will.

Aber…..man weiß ja nie…