Keine neue Karriere

Alles begann mit einem Anruf von Patricia, der Geschäftsführern von Müller-Ditschler in Hanau.

Eine neue Broschüre für die Herbstmode sei geplant und die Chefin Tanja Kolb fragt an, ob ich nicht mal modeln möchte. Ich lachte laut am Telefon und dachte das sei ein Witz. Meine Antwort war:“ Das kann nicht euer Ernst sein. Ich bin alt, mollig und unfotogen“. Darauf sagte Patricia:“ Genau so was suchen wir“

Meine Gedanken waren: Warum eigentlich nicht. Mit 65 sollte man ruhig noch abenteuerlich sein und neue Erfahrungen sammeln.

Die Aufgabe war dann ungeschminkt nach Büdingen zu fahren. O weia, ich geh noch nicht mal ungeschminkt in den Rewe, jetzt sollte ich so nackt mich unters Volk mischen.

Die Fahrt nach Büdingen durch Wälder und Wiesen vorbei an Kühen und Schafen im strömenden Regen war kein Spaß. Auf dem Weg vom Auto ins Modehaus wurde die Frisur völlig ruiniert. Ab zur Visagistin, die mein Gesicht zum Leben erweckte und das Haar einmal aufschüttelte, weiter zum Ort der Scheinwerfer zur Fotografin. Natürlich bleiben, irgendwie nicht vom Barhocker fallen, Bauch rein Brust raus, lächeln als obs Spaß macht, die Tasche nicht fallen lassen, nicht vorne überkippen und lächeln. Danach kam die Windmaschine. Ich fühlte mich wie Beyonce mit Haar vorm Gesicht beim Samba tanzen.

Sicher ist das Modeln ein schwerer Job, aber ich fühlte mich so wohl mit den ganzen Mädels, die mich schön machten. Dann kam Maxi noch dazu und wir hatten alle total viel Spaß.

Eine Selbstverständlichkeit ist für mich, dass wir Einzelhändler uns gegenseitig unterstützen. Niemand hat was davon, wenn Geschäfte wieder zumachen müssen. Wir alle arbeiten gemeinsam für Hanau. Für unsere Stadt, die nach dem Umbau toll dasteht und eine Vielfalt für alle bieten soll. Ich bin stolz auf dieses wunderbare Modehaus, dass die Bieberles für Hanau gewonnen haben. Auch die Leerstände werden irgendwann beseitigt sein. Mit Freude laufe ich durch die Stadt und bin stolz auf alles, was von Claus Kaminsky und seinem Team geschaffen wurde. Es ist lächerlich, jemandem Vorwürfe zu machen, der durch so eine schöne Geste Menschen in seiner Stadt unterstützt. Die beiden sehen super aus.

Und am Samstag gehts mit Maxi in die Galerie Kaufhof als „Shopping Queen“ Jury. Ich freu mich. So viel dazu: Gerne unterstützen wir alle in unserer Stadt und zwar ehrenamtlich, weils gut ist und Freude bringt.

Für heute grüßt Sie

Ute Berné

Ein Tanzkurs ist für die Jugend wichtiger denn je,

warum? fragt jetzt vielleicht jeder. Braucht die Ute Geld? Warum ist ein Tanzkurs so wichtig?

Die Erklärung ist einfach. In den 45 Jahren als Lehrerin sehe ich meine Aufgabe in der Jugendarbeit. Jugendliche brauchen Unterstützung, Zuwendung und Hilfen um ihr Selbstvertrauen aufzubauen. Auch wenn es in der Familie eher so wirkt, als ob sie sehr gut allein zurecht kommen ist das eher äußerlich. Ich erinnere mich sehr gut an meine Zeit als 14 jährige. Ich wollte nur weg von meinen Eltern, meinen eigenen Freiraum haben und Verbote waren unerwünscht. Trotzdem hat mich mein Elternhaus strukturiert, gab mir Halt und zeigte mir Grenzen auf. Heute ist sicher eine neue Zeit. Es stehen größere Herausforderungen für unsere Jugend an. Es ist nicht einfacher geworden, erwachsen zu werden. Allein das Handy und der Computer bestimmen die Zeit, die die Schüler neben der Schule übrig haben. Viel Zeit wird verschwendet, wenn nach der Schule erst mal stundenlang „gesimmst“ wird. Die wirkliche Kommunikationsfähigkeit wird nicht mehr erlernt und geübt. Sich in neue Gruppen einordnen, Blickkontakt zu unbekannten Menschen aufnehmen und sich in der Gesellschaft mit guten Umgangsformen bewegen kommt immer mehr zu kurz.

Es beginnt bei Grüßen und Begrüßen mit Blickkontakt, Wertschätzung, Toleranz und Empathie für andere, Herzlichkeit für den Mitmenschen, bis zum sicheren Auftreten. Ich bestreite nicht, dass der Umgang mit den neuen Medien wie Computer und Handy wichtig ist. Auch die Plattform Facebook hat seine Vorteile, man kann immer mit seinen Freunden in Kontakt zu bleiben. Es geht mir eher darum, dass der exzessive Umgang damit wichtige Zeit für das Leben nimmt. Es sind jetzt schon große Lücken in der sozialen Kompetenz unserer Jugendlichen zu beobachten. Genau das, auf was es im späteren Leben ankommt, wird nicht mehr erlernt.

Auch ein gutes Elternhaus kann das nicht aufwiegen, da die „soft skills“ in der eigenen Familie nicht zur Anwendung kommen. Dort ist man immer privat. In fremder Umgebung wird das fehlende Training erst sichtbar.

Ich bin deshalb der festen Überzeugung, dass ein Tanzkurs zur Bildung der Jugendlichen auf ihrem Lebensweg dazu gehört und von äußerster Wichtigkeit ist. Wo sonst gewinnen sie mehr Selbstvertrauen, soziale Kompetenz im Umgang mit anderen und im Besonderen auch Etikette und gute Umgangsformen. Ich baue hierbei besonders auf die Mütter, die ihren Kindern im Alter von 14 Jahren einen Tanzkurs nahelegen sollten. Mit etwas Überzeugungskraft (erst der Tanzkurs dann der Führerschein!) gibt es bestimmt die Möglichkeit, der Jugend diese Chance zu ermöglichen.

Also, liebe Mütter, schicken Sie die Kinder in einen Tanzkurs zu uns. Sie werden es Ihnen später danken, wenn sie nicht an der Seite stehen und anderen beim Tanzen und Spaß haben zuschauen müssen.

Für heute grüßt Sie

Ute Berné