Tafelkultur – Tischmanieren – Tischsitten, haben die noch Wichtigkeit?

Seit 2006 bin ich als Business-Knigge-Coach im Arbeitskreis für Umgangsformen international (AUI) tätig. Die Themen drehen sich hauptsächlich um Vorstellung, Grüßen und Begrüßen, Berufskleidung und ähnlichem. Während eines der letzten Supervisionstage zur Fortbildung hörten wir von unseren Trainerin, dass die Nachfrage für Seminare zu „Tafelkultur und Tischsitten“ enorm gestiegen sei. Viele Chefs und Cheffinnen engagieren neuerdings Trainer für die Belegschaft und das Management für gemeinsame Essen-Seminare. In diesen Seminaren beginnt der Schüler bei Tisch eindecken mit Besteck und Gläsern für verschieden Getränke, über das Halten des Bestecks beim Essen und das Handhaben der Serviette.Außer gängigen Menus werden auch Fingergerichte und exotische Krustentiere mit den richtigen Werkzeugen verspeist.

Woran es liegt, dass unsere Jugendlichen die perfekte Tafelkultur nicht mehr beherrschen ist offensichtlich, wenn man ihren Tagesablauf mit Schule und Freizeit betrachtet. Es gibt wenige regelmäßige Familienessen bei denen die ganze Familie zusammen sitzt. Viele Jugendliche essen in ihrem Zimmer allein. Oft auch vor dem Computer oder Fernseher. Das heißt auch, dass es wenig Kontrolle ihrer Tischmanieren gibt. Klar ist, dass man sich allein zu Hause auch mal gehen lassen kann, aber in der Öffentlichkeit hilft es dem Nachwuchs selbstbewusst zu sein, wenn sie wissen, wie man richtig am Tisch ist.

Sicher ist vieles in unserer heutigen Gesellschaft lockerer geworden. Doch das Gefühl täuscht. Es kommt mehr denn je darauf an, zu wissen, wann Lockerheit oder Formelles angebracht ist. Deshalb lohnt sich eine Überprüfung der Tischkultur bei unseren Kindern und Jugendlichen nach meiner Meinung zu jeder Zeit.

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