Bin ich alt oder jung?

Morgens fühle ich mich oft alt, besonders nach dem Blick in den Kosmetikspiegel, abends aber wieder jung, nach einem Aperol Spritz noch jünger, und nach dem ersten Cha Cha Cha wieder wie 20. Man sagt ja, dass das Alter nur eine Zahl ist und man nur so alt ist, wie man sich fühlt.

Für meine Jugendlichen bin ich sicher uralt, ich selbst habe aber oft das Gefühl, dass ich noch ein junges Ding bin. Zumal es viele Vorteile gibt, wenn man ein gewisses Alter erreicht hat. Man empfindet mehr Freude an der Natur, hat mehr Genuss und genießt die freie Zeit viel mehr. Man muss nicht mehr zur Schule gehen und hat einen Beruf, das Schäfchen im Trockenen, einen treuen Ehemann, der die Wasserkästen schleppt und weiß was man will. Wenn man jung ist weiß man meistens nur was man nicht will. Viele Dinge, über die man sich früher so aufgeregt hat, erscheinen im reiferen Alter eher unwichtig. Allerdings ist der Blick in den Spiegel, bevor man das Nachthemd überstreift, nicht immer befriedigend. Die schlanke Taille ist oft einer Ganzkörperröhre gewichen, manche Dinge haben mehr Schwerkraft durch die Natur und der letzte Knopf der Jeans sitzt oft unter einem stattlichen Hügel, der schon an die Zugspitze erinnert.

Wenn man Essen geht, greift man lieber zum Stretchgummi im Hosenbund und die alten Weight Watcher Rezepte finden ihren Platz wieder in der Küche.

Vor Weihnachten ist es angesichts der herrlichen Süßwaren und Plätzchen fast eine unlösbare Aufgabe sie zu ignorieren, und in unserer Familie ist Essen in dieser Zeit ein Hauptthema.

Dazu kommt, dass mein größtes Hobby, außer Lesen und Schreiben, Kochen und Backen ist. Es entspannt, etwas in der Küche zu zaubern, und nichts übertrifft das Erfolgserlebnis, einen selbstgebackenen Kuchen aus dem Ofen zu holen, vielleicht noch ein Kind auf die Welt bringen, aber das ist ein anderes Thema.

All das heißt natürlich, die täglich vereinnahmten Kalorien müssen reduziert werden, und wie sagt man immer: Die Hoffnung auf schlankere Zeiten stirbt zuletzt.