Wir sehen ein Licht am Ende des Tunnels

Im Februar 2019 war wohl niemandem das wirkliche Ausmaß dieser Pandemie bekannt. Als alle Tanzschulen am 15. März schließen mussten dachte ich, dass wir nach vier Wochen wieder zu unserem alten Leben zurückkehren würden. So haben sicher viele Menschen aus Theater, Gastronomie und Kultur gedacht. Über den Sommer schien alles wieder zur Normalität zurückzukehren, aber nichts hat uns auf die Monate danach vorbereiten können. Ab ersten November mussten wir die Tanzschule komplett schließen. Keine Kurse, keine Bälle und Tanzveranstaltungen durften mehr stattfinden. Dieser Schock hielt über 8 Monate an und steckt uns allen noch im Kopf. Vieles, wie Abstand halten, Menschenmengen zu meiden und engen körperlichen Kontakt zu unterlassen wird uns nicht so schnell verlassen. Die Ängste sind immer da, dass das Virus uns selbst erwischen könnte. Erst durch die Impfungen kommt jetzt ein wenig Entspannung auf, mit auch Geimpften wieder in näheren Kontakt kommen zu dürfen.

Hier kann man der Wissenschaft großen Dank sagen, dass das so schnell geschehen ist.

Auch wir werden im August wieder alle unsere Tänzer zurück in die Tanzschule einladen und freuen uns sehr, sie alle wiederzusehen. Viele von ihnen tanzen seit Jahren jede Woche regelmäßig bei uns und bekanntlich hält ja Tanzen jung und gesund. Das sieht man den Tänzern auch an. Nicht nur ich hatte starke Entzugserscheinungen, und das körperliche Wohlbefinden hat stark gelitten. Aber was uns allen am meisten gefehlt hat war das gesellschaftliche Zusammensein. Die schönen Gespräche, der Austausch und das Zusammensein mit herzlichen Menschen. Ein gemeinsames Hobby so leidenschaftlich zu teilen schweißt eine Gruppe zusammen und läßt neue Freundschaften entstehen.

Meine Vorfreude ist groß auf die gemeinsamen Tanzstunden mit allen Tänzern.

Nicht dass ich keinen liebevollen Ehemann geheiratet hätte, aber bei einem introvertierten Mann, der gerne Stille genießt und in sich ruht, der gern im Garten arbeitet und bei nur einer Lampe stundenlang liest, kann man meinen Zustand sicher verstehen. Außerdem ist nach 45 Ehejahren alles gesagt worden, was zu sagen ist, und meine 50 Jahre Tanzschulzeit erklären den Rest.

Erwähnen will ich noch, dass wir immer noch, auch in Stille und einer Lampe, glücklich verheiratet sind und ich ihn immer lobe, wenn er den Garten so schön gemacht hat.

Licht am Ende des Tunnels gibt es auch ab September wenn wir wieder Tanzkurse für Anfänger und Fortgeschrittene, Brautpaare, Jugendliche und Kinder anbieten dürfen.
Wir alle freuen uns, über jeden Schüler, der das Tanzen mal ausprobieren möchte und ein schönes Hobby sucht.

Uns allen wünsche ich wieder eine schöne Normalität, die wir jetzt um so mehr genießen werden und allen Urlaubern eine genußvolle Freizeit und gute Erholung.

Für heute grüße ich sie, meine Leser, sehr herzlich und freue mich auf ein Wiedersehen mit ihnen.

Ihre Ute Berné