Eine schillernde Persönlichkeit

Adolf Friedrich Ludwig Freiherr Knigge –

Sein Nachnahme ist in Deutschland bekannt, da er die gleiche Bedeutung für Benimm und Umgangsformen hat. Daher wurde er in Deutschland als der große Vorreiter für Benimm und Umgangsformen gesehen.

Aber wer war er und wer weiß denn eigentlich, dass der Freiherr niemals Benimmpapst sein wollte?

Bekannt ist, dass er ein Aufklärer und deutscher Schriftsteller war, der durch sein Buch: „On Human Relations“ (Über den Umgang mit Menschen), welches 1788 erschien, großen Erfolg hatte. Weitere Bücher von ihm hatten den Titel: „practical philosophie of social life“ oder „the art of conversing with men“.

Ihm ist zu verdanken, dass das Miteinander der Menschen heute weit von der alten und steifen höfischen Etikette gelöst ist.

1752 geboren in Hannover wurde er mit 14 Jahren Vollwaise und erbte das hochverschuldete Rittergut des Vaters. Verwaltet wurde das Gut von den Gläubigern und ihm wurden 500 Taler jährlich für seinen Lebensunterhalt zugestanden. Das war für damalige Verhältnisse ein Hungerlohn.

Er studierte von 1769 bis 1772 Jura in Göttingen und war ein großer Freigeist.

Der Umgang am Hof war für ihn mit der Blasiertheit und der höfischen Etikette schwer zu ertragen. Er war zu spöttisch, zu ironisch und satirisch und auch verlogen mit anderen.

Deshalb setzte er seine Hoffnung auf eine andere Klasse: Das Bürgertum. 

So landete er auch während der französischen Revolution deswegen im Gefängnis.

Knigge war mit Henriette von Baumbach bis zu seinem Tod 1796 in Bremen verheiratet und hatte mit ihr fünf Kinder.

Jedem lebensklugen Menschen ist zu empfehlen, sich an seine freiheitsliebenden Gedanken zu halten. Wie er damals schon schrieb: „Alle Menschen werden Brüder.“

Um Etikette Regeln kümmerte er sich kaum, denn einen einzigen Satz widmete er den Regeln auf eine Frage, wer hinter wem die Treppe hinauf und herabsteigt, wohin der Saucenlöffel gehört und dass man in Gesellschaft nicht flüstern sollte.

Sein bemerkenswertes Schlusswort ist aber überliefert. Frei nach dem Motto: Nur wer die Regeln kennt, weiß mit ihnen zu spielen.

Seine wichtigste Aussage ist, dass Knigge kein Regelwerk ist, sondern „Herzensbildung statt Regelkorsett.“

Das genau ist der Inhalt unserer Umgangsformen im Jahr 2021 und eine tolle Überlieferung für  uns, nach mehr als 200 Jahren.

Für heute grüßt sie herzlich 

Ute Berné