Das 70 jährige Jubiläum der Tanzschule Berné in Hanau ist ein schöner Anlass auf ihre Geschichte zurückzublicken.

Der 1911 in Offenbach geborene Ballettmeister Carl Berné, von Freunden nur Charly genannt, war Tänzer aus Leidenschaft und baute sich in Hanau nach dem Krieg eine neue Existenz auf. Dazu musste er sich aber zunächst das Geld verdienen, indem er schon 4 Wochen nach Kriegsende über Land reiste und gemeinsam mit seiner Frau Irmgard  Tanzkurse in Schöllkrippen, Usingen, Bergen Enkheim, Karben und rund um Hanau gab.

1951 fanden meine Eltern am Marktplatz15 Räumlichkeiten, in denen sie Tanzkurse anbieten konnten. Damals gab es noch kein Holzparkett. Getanzt wurde auf rotgestrichenem, geschliffenem Straßenasphalt, und vor den Tanzstunden musste erst der Kanonenofen angeheizt werden. Es gibt noch ehemalige Schüler, die von ihren roten Hemdkragen nach den Tanzstunden berichten, da der Boden die rote Farbe verloren hatte.

Ganze 100 Quadratmeter hatten die Unternehmensgründer damals zur Verfügung. Dazu kam, dass die Menschen zu dieser Zeit kein Geld hatten und sich die 30 Mark für die dreimonatigen Kurse mühsam vom Munde absparen mussten. Damals ging es ums reine Durchhalten. Der Durchbruch war erreicht, als es gelang, die Schüler in die Tanzschule zu ziehen, denn hatte man die Schüler gewonnen, war die zukünftige Kundschaft gesichert.

!959 beschlossen Charly und Irmgard Berné eigene Räume zu suchen und fanden ein Trümmergrundstück in der Stresemannstraße 7. Dort bauten sie ihr eigenes Haus, in dem die Tanzschule heute noch beheimatet ist. Den Umzug vom Marktplatz organisierten damals die Schüler selbst und trugen die Stühle, Tische und den Plattenspieler vom Marktplatz in die Stresemannstraße. Der Gemeinschaftssinn und der Zusammenhalt der Tanzschüler aller Altersklassen war zu dieser Zeit überragend.

In der Nachkriegszeit war das Wichtigste der Wiederaufbau. Damals war der soziale Zusammenhalt sehr stark ausgeprägt. Die Sehnsucht, wieder unbeschwert zusammen sein zu können und Freude am Leben zu haben war groß und Tanzen war der erste Schritt zur Normalität.

Erstaunlicherweise hatten Carl und Irmgard Berné schon vier Wochen nach Kriegsende gut besuchte Tanzkurse in Orten rund um Hanau.

Die Tanzkurse stellten für Jugendliche und Erwachsene einen Höhepunkt der Woche und ein einschneidendes Erlebnis dar.

Es gab wenig Freizeitangebote und die Tanzschule war ein wichtiger und sicherer Ort, um mit anderen zusammen sein zu können.

Auch heute noch ist eine Tanzschule ein wichtiger Baustein für das gesellschaftliche Leben, und ein Ort wo Gemeinschaftsgeist und Toleranz gepflegt werden, 

Jeder kann und soll so sein wie er ist und darf sich ausleben.

Heute im 21. Jahrhundert ist nichts davon verloren gegangen. Für viele Jugendliche und Erwachsene bietet die Tanzschule einen Ort um gesellschaftlich zusammen zu sein und beim Tanzen Lebensfreude zu genießen.

Für die Jugendarbeit, der wir uns über mehr als 70 Jahre verpflichtet fühlen, leistet das  besonders wertvolle Unterstützung.

Sie macht im Laufe der Tanzschulzeit aus ängstlichen in sich verschlossenen und kontaktfremden jungen Menschen selbstbewußte Mitglieder der Gesellschaft. Die Kombination der Vermittlung von sozialen Umgangsformen und der völligen Akzeptanz der Jugendlichen verändert ihren Blick auf die Gesellschaft und sie fühlen sich in der Mitte von Gleichaltrigen wieder zugehörig. 

Unser Welttanzprogramm (WTP) für den Paartanz wurde am 11.12. 2019 ins „Register Guter Praxisbeispiele der Erhaltung Immateriellen Kulturerbes“ von der deutschen Unesco-Kommission aufgenommen.

Das WTP spielt international eine große Rolle, da es Menschen aller Altersgruppen, Geschlechter, Religionen und Glaubensrichtungen zusammenführt. Auf der ganzen Welt kann dadurch jeder mit jedem die selben Grundschritte tanzen. Friedlich, harmonisch mit Toleranz vereint.

Alle Anfänger lernen einen Stil , der natürlich und elegant wirkt und zu jedem gesellschaftlichen Anlass passt. Das Paar soll die gespielte Musikrichtung erkennen (z.B. Disco, Swing, Walzer oder Salsa) und darauf den passenden Tanz auswählen können.

Die Grundschritte sollen weltweit gleich sein, damit alle in jedem Land in jeder Tanzschule miteinander tanzen können.

Vielleicht habe ich hiermit auch ihr Interesse geweckt, in diesem Jahr mit ihrer tänzerischen Karriere zu beginnen.

Für heute grüßt Sie herzlich

Ihre Ute Berné

„Wenn es ein Geheimnis des Erfolges gibt, dann ist es das: den Standpunkt des anderen zu verstehen und zu versuchen, die Dinge mit seinen Augen zu sehen.“

Klingt das nicht einfach, liebe Leserin, lieber Leser?

Ist es aber nicht und vielen fehlt das Verständnis für einen völlig anderen Standpunkt. Zu Zeiten einer schlimmen Pandemie ist es für viele nicht nachvollziehbar, andere Meinungen zum Thema impfen oder nicht, zu akzeptieren. Meistens hat es wirtschaftliche Gründe, denn wenn das eigene Unternehmen oder der Beruf durch sämtliche Corona Beschränkungen gefährdet ist, geht es um die Existenz. Da liegt es auf der Hand, dass man sich wünscht, dass durch die Impfung aller Mitbürger keine weiteren Virus Mutationen auftreten und die Pandemie zu Ende geht.

Kultur und Freizeiteinrichtungen, die von Veranstaltungen leben, leiden mit starkem Rückgang der Umsatzzahlen. Solokünstlern fehlen Engagements und Auftritte. Das bringt sie und ihre Familien in finanzielle Probleme und große Existenzängste. 

Das ist nicht schwer nachzuvollziehen, wenn man sich in ihren Standpunkt versetzt und ihre Situation erkennt.

Durch das Ende der 2G Regelung wünsche ich jetzt unseren Einzelhändlern, daß es für sie mehr Kunden in ihren Geschäften gibt, und die Umsatzzahlen wieder besser werden. Ohne Einzelhandel ist unsere Stadt sehr arm, und für was geht man dann noch zum Einkaufsbummel in die Stadt wenn sie schließen müssen. Ich hoffe sehr, daß weniger im Online Handel gekauft wird und mehr bei unseren Hanauern Geschäftsinhabern, die davon leben. Die Beratung und der freundliche Umgang mit ihren Kunden ist in den Geschäften unserer Stadt großartig und es ist immer ein schönes Erlebnis.

Ich bin sicher, daß bald, nach zwei Jahren, bessere Zeiten kommen werden und wünsche allen gute Geschäfte.

Es grüßt sie herzlich

Ihre Ute Berné